Meine Tour: Gorg Blau – Sa Fosca – Torrent de Pareis
Mallorca hat eine Seite, die weit von Stränden und Promenaden entfernt ist. Im Gebirge der Serra de Tramuntana folgt die Tour dem Torrent des Gorg Blau bis zu S’Entreforc. Dort trifft er auf den Torrent de Lluc; gemeinsam bilden sie den Torrent de Pareis, der Richtung Sa Calobra zum Meer führt. Mein eingebettetes Video dokumentiert unsere Begehung 2026 über diese drei Namen hinweg.
Für mich gehört zu dieser Tour auch die Geschichte des Ortes. Heute nehmen wir eine Kamera mit in die Schlucht; die ersten erfolgreichen Begeher mussten 1964 noch herausfinden, ob und wie sich der dunkle Korridor überhaupt durchqueren ließ.[5]
Wie lang ist die Tour?
Für den eigentlichen Canyon Gorg Blau / Sa Fosca bis S’Entreforc gelten etwa 2,2 Kilometer und 320 Höhenmeter Abstieg als Orientierung. Dafür sind rund fünf Stunden im Canyon und ungefähr acht Stunden für die gesamte Tour mit Zustieg, Rückweg und Pausen einzuplanen. Je nach Tourvariante werden auch etwa 6,5 Kilometer und neun Stunden angesetzt.
Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Tourenumfänge. Wer ab S’Entreforc durch den Torrent de Pareis nach Sa Calobra weitergeht, wählt einen anderen Ausstieg als den Rückweg nach Escorca. Deshalb sind Canyonlänge, gesamte Gehstrecke und die Zeit unserer eigenen Begehung nicht gleichzusetzen. Wasserstand, Gruppe und Route beeinflussen die Dauer erheblich.
Der Höhlenteil: was Sa Fosca so besonders macht
„Sa Fosca“ bedeutet die Dunkle. Gemeint ist vor allem der enge, höhlenartige Teil des Torrent des Gorg Blau. Die Wände rücken zusammen und schirmen das Tageslicht ab. Der dunkle Abschnitt erstreckt sich über etwa 500 Meter. Das ist nicht die Länge der gesamten Tour.
Der Begriff Höhlenteil beschreibt das Erlebnis treffend: Wasser, Fels und Dunkelheit bestimmen den Raum. Es ist keine gewöhnliche Schauhöhle mit beleuchtetem Weg, sondern ein technischer Canyon mit Schwimm-, Abkletter- und Abseilpassagen. Beleuchtung gehört hier zur Ausrüstung; der Abschnitt verlangt Erfahrung und sorgfältige Tourenplanung.
Torrent des Gorg Blau nahe S’Entreforc – im Bereich des Schluchtausgangs.1964: die erste erfolgreiche Begehung
Das Centre d’Interpretació de l’Esport de les Illes Balears nennt Maties Oliver, Bernadí Morey und Tomàs Suàrez als das Team, das Sa Fosca 1964 erstmals erfolgreich durchquerte. Diese Pioniertour fand im Juli 1964 statt; das Team benötigte 48 Stunden bis zum Ende der Schlucht.
Was für uns heute eine bekannte Canyoning-Linie ist, war für dieses Team eine Expedition ins Ungewisse. Das Sportmuseum erinnerte 2014 mit der Ausstellung „50 anys de sa fosca“ an die Begehung. Ausrüstung der Pioniere wurde dem Museum übergeben und macht diese Geschichte greifbar.[1]
Der historische Film: Sa Fosca, 1986
Der bekannte Dokumentarfilm „Sa Fosca“ entstand 1986, also 22 Jahre nach der Erstbegehung. Er ist keine Filmaufnahme der Pioniertour von 1964. Es Baluard nennt Paco Alburquerque als Regisseur, Llorenç Capellà und Alburquerque als Drehbuchautoren, Joan Bibiloni für die Musik und 48 Minuten Laufzeit.
Der Film begleitet eine Begehung durch zwei Bergsteiger und brachte die lange von Erzählungen umgebene Schlucht auf die Leinwand. 2017 stellte das Arxiu del So i de la Imatge des Consell de Mallorca eine digitale 2K-Fassung aus einer 16-mm-Kopie her; sie wurde beim Bergfilmzyklus in Palma gezeigt. Über die verlinkte Filmothek von Palma Muntanya Film lässt sich der historische Film finden. Mein YouTube-Video oben ist unsere heutige Tourenaufnahme.[2][3][4]
Was ich von Sa Fosca mitnehme
Dieser Beitrag verbindet mein Tourenvideo mit der dokumentierten Geschichte der Schlucht. Die Fotos zeigen reale Ansichten des Gorg Blau bei S’Entreforc; sie stammen aus einer anderen Begehung und sind entsprechend gekennzeichnet.
Sa Fosca ist eine anspruchsvolle Unternehmung. Aktuelles Wetter, Wasserstand, passende Ausrüstung und die Erfahrung des Teams entscheiden darüber, ob eine Begehung vertretbar ist. Die Zeitangaben hier sind Orientierung, keine Zusage für eine bestimmte Tour. Was bleibt, ist eine besondere Begegnung mit dem wilden Mallorca – zwischen Tageslicht und Dunkelheit.


